13 August 2013

zeitverfliegerei.


ich kann es nicht fassen, wie die zeit verflogen ist.
in drei tagen steige ich in den großen silbernen vogel der mich zurück nach deutschland bringt.
unglaublich.


da ich meine kamera grade noch nicht wieder habe - ich habe sie tatsächlich in unserem reisebus liegen gelassen! - kommen all die photos und berichte nach.
ich bin grade sowieso richtig im stress..

heute war ich aber gar nicht in der schule, sondern habe meine zeit vor allem mit zeichnen, packen und dem ansehen von videos über unsere weltgeschichte verbracht. ich habe das gefühl ein miserables lückenhaftes wissen was geschichte angeht zu haben und möchte das rechtzeitig zum neuen schuljahr aufarbeiten.

nun werde ich noch ein paar viele abschiedsbriefe schreiben müssen für alle meine deutschen, die ich so lieb gewonnen habe..

gute nacht,
ich verabschiede mich mit einem star trek zitat, obwohl ich das echt nie gucke.


"jemand hat mir mal gesagt, die zeit würde uns wie ein raubtier ein leben lang verfolgen. 
ich möchte viel lieber glauben, dass die zeit unser gefährte ist, 
der uns auf unserer reise begleitet und uns daran erinnert, jeden moment zu geniessen. 
denn er wird nicht wieder kommen. 
was wir hinterlassen, ist nicht so wichtig, wie die art, wie wir gelebt haben; 
denn letztlich sind wir alle nur sterblich!"
jean-luc picard.

04 August 2013

wanderlust.


guten morgen ihr lieben,

heute geht es schon wieder los!
wir werden fünfzehn stunden im bus nach iguazú fahren.
ich bin schon unbeschreiblich aufgeregt.
mit sandra habe ich eben noch frutas für die reise gekauft,
alles ist fertig gepackt.

ich werde wieder tausende photos machen und weiter aufholen, was ich an posts versäumt habe.
da ich den laptop nicht mitnehme, leider erst mal im falschen format und ohne bilder, 
aber besser so als gar nicht.

aah, vorfreude!
*-*
tausend besos,
lili.




- 13 -
(haha, tut mir leid. dieses bild hat nur existenzrecht, weil es so lachhaft hässlich ist.:D)

02 August 2013

tränen und ohrpenetrationen.


hola, buen día!

oh gott, bin ich grade müde!
liegt vielleicht daran, dass ich gestern erst um halb zwei geschlafen habe..:D

in unserer "kulturwoche", haha was ein hochtrabender name, haben wir heute die photos rausgesucht und ausgedruckt. damit habe ich meinen sold auch schon erfüllt.

gemeinsam haben lea, anna und ich in der schule den brief gelesen, den leonie uns zum abschied dagelassen hat. sie hat jedem von uns einzeln aber eben auch diesen gruppenbrief geschrieben, weil wir vier ja so viel gemeinsam gemacht haben.
was sie geschrieben hat war richtig süß, vielen dank leonie!<3

der abschied von lea nach der mittagspause fiel mir unglaublich schwer.
nach diesem tollen letzten nachmittag gestern war ich wieder richtig sentimental.
ich werde lea auch schrecklich vermissen!
hoffentlich freut sie sich über meinen abschiedsbrief.
ich werde, glaube ich, so heulen, wenn ich alle meine briefe im flugzeug lesen werde.
ach, abschiede sind immer hart.
ich habe geweint und musste mich zwingen, mich mit wiebke auf den weg zu machen.

wir beide haben nämlich gestern schon beschlossen, dass wir heute zusammen wieder zur bond street fahren und uns die ohren weiter durchlöchern lassen.
nachdem meine ohrlöcher eigentlich schon komplett verheilt sind, wollte ich nun noch ein zweites ohrloch und einen helix am linken ohr.
das finde ich immer unglaublich hübsch.
wir beide waren solche hasenfüße als wir wieder in dem studio mit maxi, dem piercer meines vertrauens:D, standen. ihr hättet uns echt sehen müssen.
wiebke hat sich zuerst ihr zweites ohrloch machen lassen und dann war ich dran.
es hat zwar mehr wehgetan als letztes mal, aber zum glück war mir nicht schwindelig, da ich liegen durfte.
die arme wiebke war aber danach richtig schwach und wäre uns beinahe umgekippt.
maxi musste bestimmt schmunzeln über uns sensible deutsche.
die leute da haben sich aber richtig lieb um wiebke gekümmert, sie hat noch eine cola bekommen und bestimmt weitere sieben minuten da gelegen..
ich habe mich währenddessen mit maxi über seine kinder unterhalten, die grade so richtig am pubertieren sein sollen.
es klingt lächerlich, aber ich werde maxi vermissen, maxi den alten tanzbär.:D

nach dieser aktion mussten wir uns erstmal selber belohnen für unsere unglaubliche tapferkeit.
also saßen wir noch ein einhalb stunden im starbucks..:)

dann haben wir uns aber auf den nachhauseweg gemacht.
wir sind bus gefahren, ich war einfach fast zwei stunden unterwegs..
die distanzen sind hier so unfassbar viel größer, aber das scheint niemandem was auszumachen.:)

agus und vici haben sich ihre piercings irgendwie doch nicht gemacht.
ich muss nun noch mit carina klären, wann wir uns morgen treffen, denn wir wollten mit einem bekannten aus deutschland, dem sie die stadt zeigen soll, ein bisschen rumdüsen, mal sehen.

adios amigos,
falta poco!
lili.


- 15 -

01 August 2013

guter journalismus.



liebe freunde des guten journalismus!
nein, ich werde mich nun nicht anmaßen, wie ein experte über artikel und autoren zu urteilen.
meiner meinung nach ist das aber einfach die zurzeit beste zeitschrift für menschen bis ungefähr 35.
obwohl ich sie bestimmt danach auch noch lesen werde..:D
schaut am besten mal auf der hübsch gestalteten homepage vorbei.


dort sind sehr viele leute registriert und veröffentlichen ihre eigenen texte, photos etc.
facebook in tausendmal seriöser.:b
ich selber habe bis jetzt noch nichts geschrieben, mal sehen..

lili.

planungseifer und verbundenheit.


buenas noches!

ich bin grade erst nach hause gekommen..
aber direkt zu meinem tag.:D

so mild wie es gestern war, so eklig war es heute.
ich war mal wieder richtig froh, den mantel meines vaters hierhin mitgenommen zu haben!
der hält nicht nur warm sondern ist auch immer ein stück zu hause.
ach ja, und andauernd sagen alle, dass der mantel richtig toll und schön wäre, woher ich den denn habe.
ein indirektes lob nach hause also, papa.;)

zum glück war maike heute wieder da, sodass unser projekt langsam ins rollen gekommen ist.
neben den vielen kleinen theaterübungen und improvisationen haben wir nämlich angefangen zu planen.
für unsere gastschüler und -eltern wollen wir nächste woche einen kleinen abend gestalten, an dem, neben den filmen aus der videowoche, auch kleine sketche oder sonstiges trara gezeigt werden soll.
außerdem soll es musik geben, wir werden eine menge - sowohl typisch deutsch als auch
typisch argentinisch - kochen und es wird eine art photoausstellung geben. 
volles programm also.
wir haben aber auch alle schon richtig feuer dafür gefangen und tausend ideen in den raum geworfen.
alles soll ein bisschen mit einem u-bahn netz zu tun haben.
den vergleich finde ich ganz gelungen: wir alle bewegen uns hier auf unseren verschiedenen bahnen, wollen unsere ziele erreichen und auf der reise kreuzen sich unsere wege immer wieder aufs neue.
durch den abend soll also ein "schaffner" moderieren.;)
leider leider sind einige von uns wie ich nächste woche gar nicht da sondern in iguazú.
ich habe mich also in die photogruppe stecken lassen und werde ein bisschen beim filme aussuchen und organisieren helfen.
ich bin schon richtig gespannt wie das so wird!

heute habe ich mich auch wieder richtig gut mit den neuen unterhalten.
vor allem die vier mädchen sind wirklich nett.
von fabi habe ich erfahren, dass sie auch einen account bei neon.de hat.
das ist die website meiner absoluten lieblingszeitschrift, deren namen ihr jetzt wohl erraten könnt.;)
die neon ist einfach unglaublich gut geschrieben, ich freue mich schon riesig, wenn zu hause dann drei ausgaben auf mich warten..
fabi habe ich vorhin gesucht und mir ihre drei texte durchgelesen.
dieser hier hat mir besonders gut gefallen:

Längst geflohen

Wir können immer noch von Liebe leben, sagtest du im Scherz. Oder von dem Licht jedes anderen.
Aber wir waren längst geflohen.

Als wir uns trafen, sagte ich, ich würde gerne mit dir fliehen. Wovor? Wohin fliehen?, hätte jeder andere gefragt.
Doch du sahst mich einfach an, als wüsstest du genau wovon ich sprach. Und dann fingen deine Augen zu grinsen an. Wie sie es immer dann taten, wenn du eine deiner verrückten Ideen hattest. 
Diese Ideen, die dir danach fast immer Ärger bereiteten. Ich liebte deine Ideen.
Mit einem schelmischen Blick ergriffst du meine Hand.
Komm‘, hörte ich dich flüstern.
Ich musste lachen, als wir auf dein Auto zurannten. Dein altes Auto, das mehr Geschichten erzählen konnte, als manch ein alter Mann.
Hattest du es nicht in einer Wette gewonnen?
Ich bin mir sicher, hättest du kein Auto gehabt, hättest du eins gestohlen.
Wir sammelten unser Bargeld. Warum wunderte es mich, dass es so wenig war?
Du sagtest, für das, was du vorhattest würde es geradeso reichen. Und dass ich die Augen schließen sollte.
Dein Kuss war stürmisch und schmeckte nach Abenteuern. Ich spürte deine Hand in meinem Haar, meinen Rücken hinab. Ein bisschen verzweifelt.
Wir fuhren durch verlassene Straßen, an dunklen Fenstern vorbei. Die einzige Lichtquelle wir selbst.
Niemand konnte uns sehen und wir sahen niemanden.
Wir waren allein. Längst geflohen.
Aus der Stadt hinaus.
Wenn unser Scheinwerferlicht reflektiert wurde, konnte ich Konturen deines Gesichts ausmachen.
Stellte mir vor, wie es wäre, sie zu küssen. Bis sie unsterblich waren.
Gitarrengeschrabbel. Deine Hände trommelten auf das Lenkrad. Ein bisschen neben dem Rhythmus.
In diesem Moment klopften unsere Herzen im gleichen Takt. Sie tanzten miteinander.
Morgen würden sie sich wieder fremd sein.
Doch, hätten wir uns für immer, könnten wir uns dann so lieben? So grenzenlos?
Der Wind durchwühlte mein Haar, als ich das Fenster runterkurbelte und mich in die Dunkelheit beugte. Wie eine wütende See.
Auf einmal ein fernes Licht in der Dunkelheit. Unser letztes Geld für einen vollen Tank.
Ich fühlte mich wie in einem Western und machte dir durch die Glasscheibe Grimassen, als der griesgrämige Tankwächter unser Kleingeld zu zählen begann.
Immer weiter gen Süden. Der letzte Müsliriegel.
Wir bogen von der Straße ab, auf einen Feldweg, der immer schmaler wurde. Ich bildete mir ein, Augen zu sehen.
Zu Fuß weiter, aber schnell. Wir rannten, ineinander verschlungen.
Unzähmbar.
Längst geflohen.
Wir rannten bis wir schnauften. Und fielen auf eine Lichtung.
Halt mich fest, als könntest du mich für immer halten. Tu einfach so.
Wir lauschten unserem Atem. So vergänglich. 
Lass uns schwimmen gehen, sagtest du.
Und als ich aufsah, war da ein riesiger See. Spiegelte die Sterne.
Ein wenig Adam und Eva. Ein wenig Romeo und Julia. Ein wenig zu sentimental.
Ich musste lachen, als du mich mit großen Zügen einholtest und untertauchtest.
Tanzende Sterne.
Sag nichts.
Wir sahen uns in die Augen. Küssten uns die Wasserperlen von der Haut.
So vergänglich. Sterbend.
Aber wir waren längst geflohen.

und?
schöne wortbilder oder?:)
was mich einzig und allein ein bisschen gestört hat, war die formulierung mit den herzen im gleichen takt, die in meinen ohren einfach schon abgedroschen klingt.

nach der schule sind anna, joshua und ich mit lea ins museo de arte español gegangen.
sie hatte das vorgeschlagen, da sie nach deutschland fliegt während wir in iguazú sind.
bei lea trifft mich das genau so hart wie bei leonie.
von uns vieren bleiben nur noch anna und ich übrig.:(
das museum war klein aber fein.
seitdem ich narziss und goldmund gelesen habe, hat sich meine wahrnehmung, 
vor allem was alte, mittelalterliche kunst angeht, nochmal enorm verändert.
die vorstellung, dass schon vor so vielen generationen menschen, in ihrem wesen uns doch ähnlich, diese werke betrachtet haben, irgendein künstler sie mit größter passion einmal geschaffen hat, geben ihnen eine unfassbare magie.
danach haben wir vier uns noch in den starbucks gesetzt, einfach nur um zu reden.
das war sehr lustig, aber vor allem als joshua dann irgendwann gegangen ist, wurde es so richtig schön.
anna und lea sind so herzliche, offene, selbstbewusste und intelligente menschen.
ich bin wahrhaft froh, beide und auch leonie hier kennengelernt zu haben.
zwischendrin habe ich ehrlich daran gezweifelt, ob wir es schaffen würden, uns in deutschland noch einmal zu treffen, aber nach diesem tollen nachmittag bin ich mir wieder ganz sicher.
oh ich werde sie in deutschland alle richtig vermissen..:/

nachdem wir bestimmt 2 stunden über alles, was uns auf dem herzen lag, geredet und gelacht hatten, 
musste ich mich leider wirklich auf den nachhause weg machen.
bei den freidzons war heute abend zum glück gute stimmung, denn sandra ist wieder gesund, agus und vici wollen sich morgen neue ohrlöcher stechen lassen und haben außerdem morgen nach dem dritten block schon aus.
also friede, freude, eierkuchen.:)

in drei tagen fahren wir schon nach iguazú, unglaublich!
ich freue mich riesig, es muss wirklich wunder wunderschön sein..*-*

es wird leider wieder zeit, ins bett zu gehen,
bereits halb zwölf.
gute nacht, träumt was schönes;)
lili.


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