17 Juni 2013

organisation, ramschläden, einkaufsstraßen und wechselkurse.


guten abend ihr sonnenkinder!
hitzewelle in deutschland?
hier wird es langsam richtig richtig kalt.
ich habe schnupfen und halsweh, juchu..

die schule heute war aburrido - langweilig.
immerhin haben wir heute in der reunion stunde angefangen, unsere iguazú reise zu planen.
die iguazú wasserfälle sind an der grenze zwischen argentinien und brasilien.
sie erstrecken sich über 2,7 kilometer.
der anblick muss wirklich traumhaft sein!
nicht umsonst gehört iguazú zum unesco weltkulturerbe.
die alten deutschen sind dort bereits zusammen hingereist und haben uns von ihren erlebnissen vorgeschwärmt.
wir versuchen also auch zu fünfzehnt, eine reise zu organisieren.
geplant sind 4 tage und eine an- und abreise mit dem bus.
hoffentlich klappt das alles so, wie wir es uns vorstellen!

in der mittagspause haben leonie, anna, maja und ich uns davon gemacht.
wir wollten nämlich zusammen nach chinatown fahren, um dort eventuell zu mittag zu essen.
statt chinesisch haben wir zwar alfajores gegessen, trotzdem war es richtig schön.
wir sind durch die ganzen straßen geschlendert, haben in den ramschläden gestöbert und eine menge geredet.



später ging es dann noch nach cabildo, eine große einkaufsstraße.
auf dem weg haben wir einen abstecher in eine wirklich hübsche kirche gemacht, die den klangvollen namen "iglesia de la inmaculada concepción" trägt.
gleich kam eine alte frau zu uns in die reihe und hat uns heiligenbildchen in die hand gedrückt.
wir haben nicht verstanden, was sie wirklich von uns wollte, doch wahrscheinlich hat sie gehofft, in uns treue glaubensanhängerinnen zu finden..:D





auf der cabildo kann man glaube ich schon sehr schön einkaufen gehen - wenn man das geld hat.
es gibt zwar auch läden, die nicht so teuer sind, aber der großteil hat  ganz ordentliche preise.
vor allem muss man ja bedenken, dass eigentlich alle leute hier mit einem anderen geldkurs bezahlen als wir.
das ist nämlich so:
es gibt derzeit zwei wechselkurse sowohl für us dollar als auch für euro, 
den offiziellen und den inoffiziellen, auch blue dollar genannt.
durch die strikte währungspolitik der regierung ist ein parallelmarkt entstanden. 
offiziell erhält man für einen dollar etwa 5 pesos, für einen euro knapp 7.
auf dem schwarzmarkt, wo alle unsere gasteltern für uns das geld tauschen, gibt es allerdings derzeit mehr als 8 pesos für einen dollar, 10 pesos für einen euro.
das führt dazu, dass wir immer mit richtig vielen geldscheinen rumlaufen und stets das gefühl haben, 
viel geld auszugeben.
ein alfajor beispielsweise kostet 6 pesos, durch 10 geteilt sind das dann 60 cent.
eintritt ins malba: 32 pesos, also nur 3,20€.
trotzdem wirkt es auf den ersten blick immer viel.


dieser blue dollar kurs führt allerdings auch dazu, dass wir alle mit richtig dicken porte monnaies rumrennen.
du hast einen riesigen stapel geldscheine in der hand, die aber kaum etwas wert sind..
im endeffekt ist also das, was wir in den schaufenstern schon nicht billig finden, 
mit dem offiziellen kurs dann richtig teuer. 



umso begeisterter war ich, als wir eine boutique gefunden haben, in der es wirklich billigen schmuck gab.
ein armband für drei euro, aber gute qualität.
ich glaube, da muss ich nochmal hin, wenn ich geschenke für zu hause kaufe..;)

da wir ein bisschen wlan haben wollten - und ja, weil wir lust hatten, ein eis zu essen - sind wir zu guter letzt bei freddo eingekehrt.
diese filiale gibt es hier ziemlich häufig, aber das eis ist auch verdammt lecker!
es gibt die fabelhaftesten sorten: cheese cake maracuja, dulce de leche, chocotorta...*-*


langsam wurde es dann aber auch zeit, sich auf den nachhauseweg zu machen.
anna und maja sind bus gefahren, leonie und ich richtung schule gelaufen.
zum glück wird meine orientierung langsam aber sicher besser..

am der zugstation hatte ich dann zeit, über diesen schönen tag zu resümieren und alle meine hier und da zusammengesammelten kassenbons, alfajor verpackungen und heiligenbilder in mein tagebuch einzukleben.
(das ist inzwischen bis zur hälfte voll, geht aber jetzt schon kaum mehr zu)
ich durfte nämlich ein einviertel stunden auf meinen zug warten.
in deutschland hätte ich mich schwarz geärgert.
doch hier muss ich sagen: es stört mich eigentlich echt nicht.
da ich ja keine richtigen termine oder verpflichtungen habe, ist mir die warterei egal.
dafür habe ich aber wirklich ein bisschen angst, wie das alles ist, 
wenn ich wieder nach deutschland zurück komme:
schaffe ich den schnellen einstieg in meinen durchorganisierten alltag wieder?
zusätzlich die eingewöhnung in der oberstufe?
ich glaube ich will nicht zurück:/

das mit der freundlichkeit und offenheit hier stimmt schon.
ich habe mich mit einer alten frau, die an unserer schule arbeitet und auch auf ihren zug warten musste, 
lange unterhalten.
bereits öfters hatte ich wirklich nette gespräche mit fremden leuten, allerdings nicht in so komischen situationen wie in der ubahn.
alle sind einfach direkter.
das ist ein bisschen schwer zu erklären, aber beispielsweise morgens, wenn wir in die schule gehen, begrüßen erstmal alle den pförtner mit einem kuss auf die wange.
die ganzen begrüßungen und verabschiedungen mit kuss sind eigentlich eine wirklich schöne sache, aber irgendwie nervt es auf die dauer auch ein bisschen.
auf jeden fall mich, die verschlossene, spießige deutsche.:D

es kam mir wie ein wunder vor, als ich endlich im zug saß.
ich sollte sandra anrufen, wenn ich in florida, wo wir immer aussteigen, bin.
aber mein urzeit handy, das ich von meiner gastfamilie bekommen habe, damit ich sie immer kontaktieren kann, hat scheinbar ein problem.
ich kann weder anrufen noch sms versenden, das ist natürlich suboptimal.
also musste ich mal wieder nach hause laufen, was ungefähr nochmal 20 minuten dauert.

der tag war auf jeden fall wieder lang.
ich freue mich, dass ich mich so gut mit anna, leonie und zeynep verstehe!
besonders nett ist außerdem lea, aber nicht die mit der coolen hose - ihr könnt mir wahrscheinlich sowieso nicht folgen.:D
anna ist die immer lachende, große blonde, offene, mit der ich beispielsweise fahrrad fahren im park war.
leonie ist auch groß und blond, ehrlich, selbstbewusst und lieb.
lea ist mit helena aus diesem dorf und hat einen richtig süßen dialekt, 
an den sich aber alle schon gewöhnt haben. 
sie ist auch groß (die normalgroße lili sucht sich lauter große freundinnen:b), hat braune haare,
ist richtig lieb und unternehmungslustig.
wir haben zusammen eine whatsapp gruppe, in der wir planen, was wir alles so angucken wollen.
nächsten montag möchten wir mit einer historischen ubahn linie fahren.

obwohl ich wirklich müde bin, schaffe ich es nicht, früh zu schlafen.
vielleicht liegt es auch daran, dass wir immer so spät essen..:/
ich freue mich auf unseren ausflug morgen!

besos,
lili.