23 Juni 2013

phänomen argentinien.


ich schicke euch mal wieder die allerliebsten grüße ans andere ende der welt.
schon seit längerem ergänze ich regelmäßig meine kleine liste mit sonderbaren sachen, die mir in meiner zeit hier aufgefallen sind und von denen ich denke, dass sie argentinien auf der welt so einzigartig machen.
viel spaß mit meiner bisherigen sammlung!

das land und die gesellschaft:

argentinier sind alle große wichtigtuer.

ehrlichkeit und direktheit werden als sehr wichtig erachtet.

alle sind verdammt stolz auf papst franziskus alias "papa pancho".

jeder war schon mal beim psychologen.

castellano, was hier gesprochen wird, ist schon ziemlich anders als normales spanisch:
alles, was eigentlich wie "j" ausgesprochen wird, wird zu "sch".
und falls du jemanden ansprechen willst, kommt ein "che" immer gut.

man kann sieben stunden durch die provinz buenos aires fahren, so riesig ist sie.

die schere zwischen arm und reich ist enorm.

was bei uns die türken sind, sind hier die "chinos".

alle begrüßen sich mit kuß auf die linke wange.
statt auf holz zu klopfen, fassen sich die frauen an die linke brust, die männer in den schritt.
ich habe das erst für einen scherz gehalten, stimmt aber wirklich.

es gibt ein wort ("paga"), das sowohl "unmotiviert" als auch "geil" bedeutet.

außer auf partys sind die mädchen ungeschminkt.

die leute versuchen alles, um ein bisschen geld zu verdienen.
(socken, labellos, sekundenkleber, schokolade im zug verkaufen, auf der straße jonglieren, clown spielen oder betteln, autos waschen, zehn hunde auf einmal ausführen...)

man redet laut und gestikuliert bisweilen auch dazu.

jeder interessiert sich für fußball.

viele mädchen waren oder sind magersüchtig.

man sagt nicht "gesundheit", wenn jemand niest.

auf zahnpflege wird eher weniger wert gelegt.

blonde haarfärbemittel sind am beliebtesten.

mit den verdammt vielen scheinen im portmonnaie fühlt man sich immer steinreich.

wohnen:

badezimmertüren werden nicht abgeschlossen.

argentinische steckdosen sind komisch.



das klopapier ist dünner.

beinahe jeder besitzt mindestens einen ziemlich unerzogenen hund.

das leitungswasser hat verdammt viel chlor.

sicherheit:

jeder besitzt eine sicherheitskamera.

an beinahe jeder straßenecke gibt es ein kleines häuschen mit einem nachwächter.

verkehr:

wichtigste regel im straßenverkehr: der stärkere gewinnt.

im auto schnallt man sich nicht an.

die öffentlichen verkehrsmittel und sogar taxifahren ist unvorstellbar billig.

für micros (so etwas wie s-bahnen) bezahlt man nicht.

schule:

an der pestalozzi schule weiß echt jeder alles über jeden.

lehrer werden geduzt.

es gibt schlichte schuluniformen, deren tragen aber nicht kontrolliert wird.

es gibt noten von 1 bis 10.
10 ist am besten, mit 6 hat man bestanden.

jeder lehrer sieht für die schüler schwarz und sagt ihnen an, sie müssten wirklich mehr lernen.
machen tut das trotzdem niemand.

partys:

auf partys, die um 12:00 anfangen, geht man frühestens um 1:00.

fernet branca mit cola schmeckt auch beim zweiten oder dritten mal trinken nicht besser.

wenn du auf einer party jemanden hübsch findest, machst du einfach mit ihm rum,
das ist danach egal, es war ja nur eine party (zitat agustina).

photos machen ist noch die sinnvollste beschäftigung auf einer hausparty.

essen:

mate kann man wirklich überall trinken.

am 29. ist gnocchitag.

die besten alfajores sind die torta alfajores von terrabusi.



nutella ist hier schweineteuer.

dulce de leche schmeckt zu fast allem.

nichts geht über ein gutes asado in einem parrilla (grillrestaurant).
das kann ich nicht bestätigen!:D